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Mitteilung

18. Dezember 2017

Pflegeplätze im Landkreis Ludwigsburg – Zuversicht des Sozialministeriums beunruhigt Fabian Gramling

Das Sozialministerium ist zuversichtlich, dass die Zahl der Plätze in den stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis Ludwigsburg in Zukunft gehalten beziehungsweise sogar erhöht werden kann. Das ergab eine kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling. Anstoß war sein Besuch im Seniorendomizil Haus Caspar in Bietigheim-Bissingen Anfang September. Dort wurde vor allem der Fachkräftemangel diskutiert. „Im Bereich der Pflege brauchen wir kurz- und mittelfristige Lösungen. Dazu gehört vor allem die gezielte Rekrutierung ausländischer Fachkräfte. Da muss jetzt mehr Tempo rein“, sagt Fabian Gramling. Dazu müssten jedoch schnellstmöglich neue Impulse aus Berlin kommen. Diskutiert wurde auch über die Einzelzimmervorgabe bei Pflegeeinrichtungen ab September 2019.

In den vergangenen Tagen haben Heimträger und Immobilienexperten über die landesweite Presse Alarm geschlagen. Dem Südwesten drohe ab September 2019 ein Engpass bei den Pflegeplätzen. Dann endet die zehnjährige Übergangsfrist für die Einführung der Einbettzimmerquote. Durch diese Änderung in der Landesheimbauverordnung würden 15 Prozent der verfügbaren Pflegeplätze in Baden-Württemberg wegfallen.

„Im Landkreis Ludwigsburg stellt sich die Lage momentan so dar, dass die stationären Pflegeeinrichtungen vollständig ausgelastet sind. Der Bedarf wird sich bis 2025 jedoch um rund 1200 Plätze erhöhen. Hinzu kommt nun, dass im gesamten Landkreis ein Großteil der Doppelzimmer, das sind aktuell 568 Zimmer mit 1136 Bewohnern, in Einzelzimmer umgewandelt werden muss. Angesichts dieser Rahmenbedingungen zweifle ich daran, dass der zusätzliche räumliche Bedarf gedeckt werden kann“, erklärt Gramling.

Das Sozialministerium verweist darauf, dass es auch über 2019 hinaus, landesweit großzügige Ausnahmeregelungen geben werde. „In unserem Landkreis sind bis heute lediglich 5 Einrichtungen mit insgesamt 26 Doppelzimmern nach der Landesheimbauverordnung befreit worden“, so Gramling. Dennoch erklärt das Sozialministerium, dass man für den Landkreis Ludwigsburg positiv gestimmt sei, dass die Platzzahl gehalten oder sogar erhöht werden kann. Es heißt, das Landratsamt stehe im engen Kontakt und in Gesprächen mit den Trägern der Pflegeeinrichtungen sowie den Städten und Gemeinden, die wichtige Akteure in der Ausweitung der Pflegeinfrastruktur seien.

„Die Antwort des Sozialministeriums beunruhigt mich. Die Zahl der Pflegeplätze muss zwingend erhöht werden. Es reicht eben nicht die Platzzahl zu halten. Der Kreistag hat bereits im vergangen Jahr seine Sorge über die Zahl der Pflegeplätze kundgetan und einige haben zu Recht davon gesprochen, dass da eine Lawine auf uns zurollt. Das Land darf die Augen vor der Realität jetzt nicht verschließen und so tun, als wäre alles gut. Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagt Fabian Gramling abschließend.