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2018-02-28 Besuch EgeTrans Gramling Steinmüller HP

28. Februar 2018

Verkehrssituation und Fachkräftebedarf treiben Politiker und Unternehmer um

Fabian Gramling zu Gast bei EgeTrans

„Es ist eine wichtige Frage, wie die baden-württembergische Verkehrsinfrastruktur mit dem steigenden Güterverkehrsaufkommen mithalten kann. Die Güterlogistik sichert weit über ihre Branche heraus Arbeitsplätze im Land“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete nach dem Besuch bei der EgeTrans Internationale Spedition GmbH in Marbach, bei dem über die verschiedenen Herausforderungen der Logistikbranche gesprochen wurde.

Laut Bundesverkehrswegeplan 2030 steige das Güterverkehrsaufkommen in Baden-Württemberg von 2010 bis 2030 um 21 Prozent. Der Geschäftsführer der weltweit tätigen EgeTrans Internationale Spedition GmbH, Peter Steinmüller, betonte, dass dies eine der großen Herausforderungen für die mittelständischen Unternehmen der Branche sei. „Die Politik muss die Mobilitätsfragen der Zukunft beantworten – dazu gehört auch die Frage nach der Zukunft des Güterverkehrs. Es entsteht ein großer wirtschaftlicher Schaden, wenn die Güterversorgung der Unternehmen auf der Straße stecken bleibt. Dieses Thema darf man vor allem in Baden-Württemberg nicht unterschätzen“, so Steinmüller.

Fabian Gramling plädierte dafür, den Blick auf die Binnenschifffahrt auf dem Neckar zu richten. „Auf der Wasserstraße haben wir noch deutlich mehr Kapazitäten als auf der Straße. Für die Politik gilt es dieses ungenutzte Potential stärker aufzugreifen.“ Der Ausbau der Schleuseninfrastruktur auf dem Neckar, vor allem für moderne 135-Meter-Schiffe, müsse vorangetrieben werden. Nur mit einer modernen, bedarfsorientierten und zuverlässigen Infrastruktur könne man erreichen „mehr LKW vom Asphalt auf das Wasser zu verlagern“. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD mache ihm Hoffnung, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt gestärkt wird. „Dort stehen bereits einige richtige und wichtige  Willensbekundungen. Dennoch muss jetzt im Sinne der baden-württembergischen Arbeitnehmer und Unternehmen noch mehr Tempo in den Ausbau der Schleusen auf dem Neckar kommen.“

Fabian Gramling und Peter Steinmüller waren sich einig, dass der europaweite Güterverkehr natürlich nicht allein auf einem Wege zu leisten sei. Zum einen sei es wichtig den kombinierten Verkehr zu stärken und zum anderen die Verkehrswege möglichst kurz zu halten. „Wir müssen zu einer gesunden Mischung aller Verkehrswege kommen“, fasste Gramling zusammen. Dazu würden das Wasser, die Schienen und eben weiterhin auch die Straße gehören. Ein Ausbau der A81 beispielsweise wäre nicht nur für den Landkreis Ludwigsburg, sondern für die ganze Region Stuttgart ein wichtiger Schritt in diesem Bereich. Lobende Worte fand auch die geplante Aufstufung der L1115 zwischen Backnang und Mundelsheim. Gramling hoffe, dass dort bald Vollzug gemeldet werden könne.

„Dennoch müssen wir auch selbstkritisch hinterfragen, wie wir Transportstrecken reduzieren und Gütermengen auf den Verkehrswegen reduzieren. Die Kampagne ‚Natürlich von Daheim‘ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz setzt dabei exakt an der richtigen Stelle an. Sie wirbt für den Konsum von regionalen Lebensmitteln, die keine langen Transportwege erfordern“, sagte Gramling und unterstrich die Bedeutung regionaler Produkte.

Als arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion war es Fabian Gramling ein besonderes Anliegen über den Fachkräftebedarf zu sprechen. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern sei auch in der Logistikbranche ein Hemmschuh. Die Digitalisierung habe Rahmenbedingungen verändert und neue Herausforderungen geschaffen, auf welche Wirtschaft und Politik reagieren müssten. „EgeTrans ist ein modernes Hightech-Unternehmen mit einem sehr eindrucksvollen neuen Bürogebäude. Dadurch hat man mit besonderem Weitblick die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt“, so Gramling. Generell würden „im ersten Schritt“ nämlich die Unternehmen in der Pflicht stehen. In der heutigen Zeit sei es unheimlich wichtig, dass sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Das beginne bei der Außendarstellung und höre bei der langfristigen Perspektive für Arbeitnehmer auf. Gramling sei beeindruckt mit welch gutem Beispiel EgeTrans hier vorangehe.

„Unsere Philosophie ist es, Mitarbeiter langfristig zu binden. Außerdem legen wir besonderen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter die Chance haben sich gezielt fachlich und persönlich weiterzubilden“, ergänzte Steinmüller.  Gerade das Thema Weiterbildung sei für Steinmüller und Gramling angesichts der neuen Herausforderungen in verschiedenen Branchen und des steigenden Bedarfs an qualifizierten Fachkräften ein wichtiger Aspekt für Politik und Wirtschaft. Umso erfreulicher sei es, dass die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg unter Vorsitz von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sich zum Ziel gesetzt hat, die berufliche Weiterbildung kontinuierlich auszubauen.