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2018-05-22 Haus am Wunnenstein Gramling Albrecht-Grau Braun

25. Mai 2018

Pflege im Landkreis: Fabian Gramling MdL spricht im Haus am Wunnenstein mit Vertretern der Karl-Schaude-Stiftung

Der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling konnte bei der Eröffnungsfeier im April nicht teilnehmen – also traf er sich jetzt im Haus am Wunnenstein in Großbottwar-Winzerhausen mit dem Vorstandsvorsitzenden Hartmut Braun und Geschäftsführer Thomas Wieland der betreibenden Karl-Schaude-Stiftung. Dort wurde über die aktuelle Situation der Pflege im Land gesprochen. Themen waren unter anderem der Fachkräfteengpass und die Zahl der Pflegeplätze im Landkreis.

Das neue Gebäude mit einer Nutzfläche von 3256 Quadratmetern besteht aus 78 Einzelzimmern, womit es auch der veränderten Landesheim-Bauverordnung entspricht, die ab September 2019 nur noch Einzelzimmer in Pflegeheimen vorsieht. Dennoch fordern Hartmut Braun und Thomas Wieland weitere Übergangsfristen oder sogar Bestandsschutz für Pflegeheime. Dieser Forderung pflichtete Fabian Gramling bei. Aufgrund der bevorstehenden Einzelzimmervorgabe habe er bereits im vergangenen Jahr eine Anfrage an das Sozialministerium gestellt. Die Antwort fiel damals zuversichtlich aus – die Zahl der Plätze in den stationären Pflegeeinrichtungen könne gehalten oder gar erhöht werden. „Keine einzige Einrichtung, die ich in den vergangenen Jahren besucht habe, hat diese Einschätzung geteilt. Der Kreistag hat bereits 2016 seine Sorge über die Zahl der Pflegeplätze kundgetan. Das Sozialministerium muss jetzt aufwachen und in Zusammenarbeit mit den Landkreisen nach Lösungen suchen. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen“, versprach der Abgeordnete. Auf ausreichend freie Plätze sei man besonders im Bereich der Kurzzeitpflege angewiesen. „Plätze die wirklich nur zur Kurzzeitpflege bereitstehen, kann man fast ein einer Hand abzählen“, so Braun. Ende 2016 hatte eine Kleine Anfrage von Fabian Gramling ergeben, dass es von den damals insgesamt 1538 Dauerpflegeplätzen nur 5 Plätze gab, die wirklich nur zur Kurzzeitpflege bereitstanden. Bei den restlichen 76 Plätzen handelte es sich um „eingestreute“ Kurzzeitpflegeplätze, welche Pflegeheime auch an Langzeitbewohner vergeben können und aufgrund der hohen Nachfrage auch tun. Daran habe sich Stand heute wenig geändert.

Angesprochen auf den Fachkräfteengpass in der Pflege erklärte Hartmut Braun, dass die Karl-Schaude-Stiftung, die neben dem Haus am Wunnenstein auch das Seniorenlandhaus Fridericke in Abstatt betreibt, die Probleme bei der Suche nach geeigneten Fachkräften bereits selbst angegangen hat. „Wir bilden verstärkt selbst aus und gehen intensiver in die Auslandsrekrutierung“, sagte Hartmut Braun. Die Hauptländer seien Italien, Kroatien, China, Vietnam und seit einiger Zeit auch Serbien und Bosnien und Herzogowina. Leider hätte sich die Rekrutierung aus Nicht-EU-Staaten in der Vergangenheit erschwert. So gebe es beispielsweise in den Balkanländern immer größere Hürden bei der Beantragung der deutschen Arbeitserlaubnis. „Wenn die Pflegekräfte irgendwann doch ihren Weg nach Deutschland gefunden haben, stehen sie uns auch nicht direkt zur Verfügung. Denn nach dem Sprachnachweis muss noch ein Anerkennungspraktikum im Krankenhaus oder ein zusätzlicher Lehrgang absolviert werden“, ergänzte Thomas Wieland. Fabian Gramling lobte das besondere Engagement der Karl-Schaude-Stiftung. Die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte sei notwendig. Um dies zu erleichtern, müsse jedoch vom Gesetzgeber nachjustiert werden. „Ein zukünftiges Einwanderungsgesetz muss dafür Sorge tragen, dass bei auftretenden Engpässen schnell und flexibel reagiert werden kann. Es kann nicht sein, dass ein geeigneter Altenpfleger aus Serbien mehrere Monate auf seine Einreise warten muss und hier nicht sofort zur Verfügung steht“, so Gramling.