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Meine Gedanken zu diesem und jenem.

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15. August 2017

Blog #9: 20 Jahre diskutiert – 20 Jahre nichts passiert

Ein politischer Dauerbrenner: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nach jahrzehntelanger Diskussion wird es endlich Zeit, ein paar Schritte weiterzukommen.

Morgens zur Arbeit, abends wieder nachhause. Viele Familienväter kommen erst heim, wenn die Kinder gleich ins Bett müssen. Passt das noch zu unserem heutigen Rollenverständnis?

Immer mehr junge Familienväter wollen mehr Zeit für ihre Familie haben. Aber der Arbeitsalltag vieler berufstätiger Familienväter und –mütter ermöglicht unter der Woche kaum mehr als das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte für die Kinder. Viel Zeit für die Familie bleibt von Montag bis Freitag nicht. Dabei ist der Wunsch nach mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit nicht neu und wird bereits seit über 20 Jahren diskutiert. In Zeiten von Notebooks, Smartphones und Tablets können wir jetzt das Thema neu denken. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht mehr durchgehend an den Schreibtisch im Büro gebunden. Sie könnten ihre Aufgaben dank der digitalen Endgeräte von überall erledigen. Was fehlt sind entsprechend ausgestaltete, flexible Arbeitszeitmodelle. Warum soll der Familienvater nicht mittags das Büro verlassen, sein Kind von der Schule oder dem Kindergarten abholen und sich am späten Nachmittag oder am Abend noch einmal ans iPad setzen? Berufstätige Ehepaare könnten ihre Arbeitszeiten flexibel aneinander anpassen, um Familie und Beruf optimal miteinander zu vereinbaren.

Innovative Unternehmen bieten innovative Arbeitszeitmodelle

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit bietet aber nicht nur Chancen für die Arbeitnehmer. Auch für Arbeitgeber ergeben sich neue Perspektiven. Unternehmen mit innovativen Arbeitszeitmodellen finden wesentlich leichter gute Mitarbeiter auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt, ohne dass exorbitante Gehälter bezahlt werden müssen. Junge, gut ausgebildete Frauen und Männer haben einerseits das Interesse, im Beruf voranzukommen. Sie wollen aber andererseits auch Arbeitszeitregelungen, die ein Familienleben zulassen. Deshalb ist ganz klar: Unternehmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen, werden es deutlich einfacher haben, hochqualifizierte Arbeitnehmer zu gewinnen. Hinzu kommt, dass diese Mitarbeiter zusätzlich positiv motiviert bei der Arbeit sind und schnell eine enge Bindung zum Unternehmen aufbauen werden.

Aus diesen Gründen setzen sich meine Kollegen der CDU-Landtagsfraktion und ich uns für flexiblere Arbeitsmodelle ein. Wir wollen, dass die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die damit verbundene Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich Einzug in die Unternehmenskultur Baden-Württembergs findet.

Eine gefühlte Ewigkeit wird inzwischen über „Vereinbarkeit“ geredet – es wird allerhöchste Zeit, endlich konkret zu werden. Unser Wirtschaftsstandort ist auf innovative junge Menschen angewiesen – wir sollten sie nicht durch starre Arbeitszeiten behindern und gängeln.