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Meine Gedanken zu diesem und jenem.

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23. April 2018

Blog #13: „Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ – FreiRaum für Freiberg

Eine Vision ist die Vorstellung davon, wie Zukunft aussieht. Visionen erreicht man nicht von heute auf morgen. Um aus Visionen Realität werden zu lassen, müssen wir viele kleine politische Schritte gehen – und neu denken. Aber jede politische Vision hat ein konkretes Ziel.

Freiberg und seine Stadtteile werden seit jeher von der Autobahn 81 geteilt. Das können wir ändern. Mit einer Überdeckelung der A81 können wir die Teilung der Stadt beenden, ein lebendiges, attraktives und zukunftsweisendes Stadtzentrum und neuen Freiraum schaffen.

Die Überdeckelung der A81 beinhaltet folgende Aspekte:

– Moderne, nachhaltige Stadtentwicklung: Vorhandene Räume müssen besser genutzt werden. Wir müssen mit der uns zur Verfügung stehenden Fläche sinnvoll und sparsam umgehen. Das heißt, wir müssen bei der Schaffung von Wohnraum mehr auf bestehende Fläche zurückgreifen – um Ackerland und grüne Wiesen einzusparen.

– Wir schaffen attraktiven Wohnraum in der Mitte der Stadt, verdichten im Zentrum und erhöhen die Lebensqualität im Zentrum von Freiberg.

Drei unbestreitbare Argumente sprechen dafür:

– Die Überdeckelung beendet die Teilung der Stadt Freiberg.

– Die Überdeckelung bringt für die lärmgeplagten Anlieger (rund um die Autobahn) einen Quantensprung an Lebensqualität.

– Die Überdeckelung eröffnet städtebaulich für Freiberg neue, unglaubliche spannende Möglichkeiten.

Der einzige und gleichzeitig stärkste Einwand gegen die Überdeckelung ist natürlich das Geld. Aber eins ist auch klar: Jetzt sind die Voraussetzungen so günstig wie noch nie in ihrer 46-jährigen Geschichte. 1972 schlossen sich Geisingen, Beihingen und Heutingsheim zur Stadt Freiberg zusammen. Mit Blick auf das Verkehrsaufkommen war die A81 damals noch eine bessere Landstraße. Heute ist die A81 zwischen Heilbronn und Stuttgart mit bis zu 130.000 Fahrzeugen am Tag eine der am stärksten belasteten Autobahnabschnitte in Baden-Württemberg und aus Funk und Fernsehen auch als der längste Parkplatz Deutschlands bekannt.  Ideen eines Tunnels für die A81 sind nicht neu. Der Unterschied zu den Gedankengängen aus der Vergangenheit ist, dass jetzt die Zeit jetzt für eine Überdeckelung gekommen ist. Warum? Aus drei Gründen: Wegen der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart, aufgrund neuer Lösungsmöglichkeiten durch Leichtbau sowie der Ausbaupläne für die A81 und dem einhergehenden neuen Lärmschutz.

IBA 2027:

– Vor 100 Jahren hat die IBA, die internationale Bauausstellung, in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung Maßstäbe gesetzt. Damals wurde das radikale „Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen“ vorgestellt. Die IBA 2027 StadtRegion Stuttgart soll ganz neue Antworten auf die Frage finden: Wie leben, wohnen, arbeiten wir im digitalen und globalen Zeitalter?  Die IBA hat den Sinn, neue Lösungen im Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Freizeit zu entwickeln und umzusetzen. Es sollen Antworten gefunden werden, die modellhaft zeigen, wie großstädtische Ballungsräume weiterentwickelt werden können. Die Region Stuttgart wird mit der IBA zur Modellregion für industriell geprägte Stadtregionen.

Neue Lösungsansätze durch Leichtbau:

– Es handelt sich um keine einfache Überdeckelung, sondern um einen ressourcenschonenden Leichtbau. Wir bringen moderne Architektur und moderne Baukultur zusammen. Vereinfacht gesagt spart man Material und bares Geld. Die moderne Leichtbautechnik macht dieses Projekt erst realisierbar.

Ausbaupläne A81:

– Ein wichtiger Aspekt bei diesem Projekt ist der geplante und dringend notwendige Ausbau der A81. Aktuell ist die A81 an ihrer Leistungsgrenze angekommen. Der Ausbau auf 8 Spuren zuzüglich Standstreifenfreigabe ist daher unabdingbar. Damit rückt die A81 näher an die Wohnbebauung, was den Lärm und die Abgasbelastung zumindest nicht verringern wird. Zudem ist zu beachten, dass die Statik der Brücke über die A81 am Hallenbad aktuell nicht mal die Nutzung des Standstreifens zulässt. Durch den Ausbau der A81 wäre ein Neubau der Brücke notwendig. Diese Kosten, für den Brückenneubau und den neuen Lärmschutz infolge des Ausbaus, kann man direkt in die Überdeckelung der A81 investieren.

– Anhand der Brücke sehen Sie, dass die A81 in der Schneise liegt und daher eine Überdeckelung aufgrund der Topographie prädestiniert ist.

Meine Damen und Herren,

seit Beginn meiner Arbeit im Landtag, also seit jetzt über zwei Jahren beschäftige ich mich mit diesem Projekt. Dabei habe ich zahlreiche Gespräche geführt – mit dem Freiberger Bürgermeister Schaible, mit Herrn Dr. Seeliger (Geschäftsführer der LeichtbauBW), mit dem Verband Region Stuttgart oder mit dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. Nun will ich weitere Unterstützer für das Projekt gewinnen. Gespräche mit dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger MdB, aber auch mit dem IBA Intendanten Hofer und weiteren Entscheidungsträgern stehen an.

Je länger und öfter ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto klarer und eindeutiger ist es für mich: Dieser Deckel ist für Freiberg eine Mega-Chance – ein Meilenstein in der Stadtentwicklung. Vergangene Woche habe ich mit Bürgermeister Schaible den offiziellen Startschuss für das Projekt „Freiberger Deckel“ gegeben. Für das Projekt werde ich mich auch weiterhin stark machen. Wir werden mit jedem sprechen und versuchen von unseren Argumenten überzeugen. Ohne Landkreis, Region, Regierungspräsidium und das Land geht es nicht. Aber die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Freiberg sind das Rückgrat für das Projekt.

Der französische Dichter Victor Hugo hat einmal gesagt: „Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Genauso ist es jetzt bei der Autobahnüberdeckelung.  Es ist eine Vision, ein großes Ziel – und es wird noch viel zu tun sein, darüber sind wir uns völlig bewusst. Darum geht es in der Politik, dafür arbeiten wir: Für das Erreichen von Zielen. Und eines ist auch klar: Wer sich keine Ziele setzt, wird auch keine erreichen.