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Meine Gedanken zu diesem und jenem.

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15. September 2018

Blog#15: Mit Qualität, Aufklärung und Eigenverantwortung in die Ausbildung der Zukunft

Die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte für das eigene Unternehmen wird vor allem für kleine und mittelständische Betriebe zu einer immer größer werdenden Herausforderung. Für die Bewältigung dieser Herausforderung sind Wirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert.

Es ist essentiell wichtig, dass wir unsere duale Ausbildung in Baden-Württemberg auf solide und zukunftsfähige Beine stellen. Dazu müssen wir uns vor Augen führen, dass der Grundstein in unserem Bildungssystem gelegt wird. Ein erfolgreicher Berufseinstieg wird nur dann möglich sein, wenn die Voraussetzungen in der Schule geschaffen werden. Absolut wichtig war daher, dass unsere Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann Bildungsexperimente wie das Schreiben nach Gehör und den Schulversuch „Schule ohne Noten“ als Irrläufer bildungspolitischer Modellversuche in die Geschichtsbücher der baden-württembergischen Bildungspolitik gesetzt hat. In Baden-Württemberg wird Bildung wieder unter einen Vorsatz gestellt – der Qualität.

Betrachtet man den Status quo, sind zwei Tendenzen zu erkennen: Die Zahl der Schulabsolventen sinkt und der Trend geht immer mehr zu den mittleren und vor allem höheren Schulabschlüssen. Diese Entwicklung wurde natürlich durch Entscheidungen der Vorgängerregierung in Baden-Württemberg beschleunigt. Man darf jedoch nicht verkennen, dass diese Entwicklung von der Gesellschaft toleriert wird. Für viele Menschen scheint nur das Abitur der Schlüssel zum Glück zu sein. Dieses Denken muss wieder raus den Köpfen!

Unsere Kultusministerin hat in dieser Hinsicht wichtige Maßnahmen ergriffen. Ab dem kommenden Schuljahr gibt es an allen weiterführenden Schulen ein eigenes Schulfach zur Berufsorientierung. Im Gymnasium sollen die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen über die Möglichkeiten einer Berufsausbildung und eines Studiums aufgeklärt werden. Es soll ein Bewusstsein für die ganze Bandbreite an Karrieremöglichkeiten geschaffen werden. Je besser die Schülerinnen und Schüler informiert sind, desto fundierter wird die spätere Berufswahl ausfallen. Mit der Initiative „Ausbildungsbotschafter“ und einer Förderung von 1,3 Millionen Euro von August 2018 bis zum Jahresende 2020, sowie dem Ausbildungsbündnis, flankiert unsere Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Maßnahmen des Kultusministeriums. Das ist einer von vielen Beweisen, weshalb es sehr wohl einen Unterschied macht, wer in den Ministerien sitzt.

Hand in Hand gehen wir die Ausbildungshemmnisse an. Indem die Qualität wieder in den Vordergrund gestellt wird, werden die künftigen Bewerber auch wieder die notwendigen Kompetenzen für einen erfolgreichen Berufseinstieg mitbringen. Ich bin zudem zuversichtlich, dass die hohe Zahl an gelösten Ausbildungsverträgen sinken wird, weil Schülerinnen und Schüler durch die verstärkte Berufsorientierung und die Verzahnung von Wirtschaft und Schule klare Vorstellungen von den verschiedenen Berufen und der Arbeitswelt haben werden.

Abschließend will ich noch etwas Wichtiges betonen. Unternehmen, egal welcher Größe, stehen in der Verantwortung. Man macht es sich zu einfach, wenn man offene Ausbildungsstellen oder gelöste Ausbildungsverträge auf externe Gründe zurückführt und es hilft schon gar nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und nicht mehr selbst auszubilden. Um mit den „big players“ der Branche schritthalten zu können, ist es notwendig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Das fängt bei der Außendarstellung an und hört bei internen Arbeitsabläufen auf.  Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich immer wieder fragen: „Warum bin ich ein attraktiver Arbeitgeber?“ Die Antworten auf diese Frage sind der Schlüssel zur Sicherung der eigenen Ausbildungsplätze und müssen offen und laut kommuniziert werden. Gemeinsam neue Wege beschreiten – Politik und Wirtschaft stehen in der Verantwortung!