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18. Oktober 2016

Der Steillagenweinbau prägt unsere Kulturlandschaft

„Die Weinlese läuft auf Hochtouren und auch in diesem Jahr dürfen wir uns über eine hohe Qualität der Weintrauben freuen. Der intensive Zeiteinsatz der Wengerter wird sich somit auch in diesem Jahr wieder im Ergebnis auszahlen. Damit wir neben den guten Produkten auch in Zukunft unsere einzigartige Kulturlandschaft genießen können, muss die Politik für zeitgemäße Rahmenbedingungen für den Weinbau sorgen“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling, nachdem er sich einen Tag bei der Traubenlese selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht hat.

Gramling erinnerte daran, dass der Weinbau in Baden-Württemberg vor großen Herausforderungen stehe.  Neue Schädlinge, wie die Kirschessigfliege, und veränderte Trocken- und Nässeperioden, die der Klimawandel mit sich bringe, würden Probleme bereiten. Vor allem die Terrassen-Steillagen als das prägende landschaftliche Element der Region seien stark bedroht.

In den 1960er und 1980er Jahren seien viele Steillagen von den Mauern bereinigt worden, da die Bewirtschaftung der Trockenmauer-Terrassen, die maschinell nicht zu bearbeiten sind, den sechs- bis achtfach höheren Arbeitsaufwand bereiten würden.

„Die hohen Bewirtschaftungskosten und die deutlich höhere Intensität der Bewirtschaftung, die hohen Kosten für den Erhalt der Mauern und der dazu im Vergleich geringe Ertrag bereiten den Wengertern große Probleme. Wenn wir uns jetzt nicht für den Erhalt dieses Kulturguts einsetzen, werden die letzten Mauern einfallen“, gab Gramling zu Bedenken. Mit den meisten Steillagen in Baden-Württemberg ist der Landkreis Ludwigsburg hiervon besonders betroffen.

Gramling betonte, dass die Bedeutung der terrassierten Steillagen weit über den Weinbau hinausgehe. „Sie sind Erlebnisfaktor, in der Freizeit, aber auch im Tourismus, dazu sind sie ein mehr als 1000 Jahre altes Kulturdenkmal und – insbesondere auch – Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Wenn wir die Wirtschaftlichkeit in der Steillage sicherstellen, dann engagieren wir uns nebenbei auch für den Naturschutz.“

Positiv sei daher, dass die Förderung des Weinbaus – speziell der Steillagen – als baden-württembergisches Markenzeichen, laut Koalitionsvertrag zwischen der CDU und den Grünen, ausgebaut werden soll. „Dieses Versprechen an die Wengerter müssen wir jetzt auch zeitnah umsetzen. Sonntagsreden alleine reichen nicht, die Förderung muss jetzt auch bei der Haushaltsaufstellung berücksichtigt werden. Da das Thema mir sehr am Herzen liegt, werde ich es weiterhin wachsam im Parlament begleiten“, sagte Gramling abschließend und unterstrich seine Wertschätzung für die Weingärtner im Land.