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20. März 2017

Gramling will’s wissen! Ein Tag im Forstrevier Forsthof

„Fast 40 Prozent Baden-Württembergs sind bewaldet. Dabei kommt dem Wald als Ruheraum für die Menschen eine große Bedeutung für die Gesellschaft zu“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling, nachdem er den Förster Jürgen Weis im Forstrevier Forsthof vom Fachbereich Forsten des Landratsamts Ludwigsburg anlässlich des Tag des Waldes einen Tag lang begleitete.

Fabian Gramling erklärte, dass heutzutage hohe Ansprüche an den Wald gestellt würden. Er solle Holz liefern, Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, für saubere Luft, ein ausgeglichenes Klima und frisches Wasser sorgen und den Boden schützen. „Daraus ergibt sich ein komplexes Aufgabenfeld, welches nur mit detaillierten Kenntnissen bewältigt werden kann. Es ist beeindruckend, wie die Förster natürliche Abläufe nutzen und sich lediglich auf steuernde Eingriffe beschränken.“ Besonders beeindruckt sah sich der Landtagsabgeordnete vom Angebot der Waldpädagogik, die Förster Weis nicht nur für Schulklassen, sondern auch für Erwachsenengruppen im Angebot habe. Dies sei eine gute Möglichkeit den Bezug zur Natur wieder herzustellen und gehe weit über einen Ausflug in die Natur hinaus. „Eine klasse Sache, verschiedene Lernfelder können zusammen mit Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung verbunden werden.“, so Fabian Gramling.

Beim Gang durch den Wald wurden auch aktuelle Entwicklungen in der forstlichen Betreuung thematisiert. Eine Entscheidung des Oberlandesgericht Düsseldorf mache Jürgen Weis Sorgen. Demnach soll den Förstern verboten werden, für die Waldbesitzer die Betriebsplanung und den Revierdienst zu machen, da sie dadurch einen bestimmenden Einfluss auf die Menge, die Qualität und den Zeitpunkt des Verkaufs von Nadel-Stammholz nehmen würden. „Diese rein ökonomische Perspektive ist abwegig. Wir Förster sorgen dafür, dass in allen Wäldern gleiche Standards gelten und sie nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Der Wald ist keine reine Holzfabrik“, kritisierte Weis. Fabian Gramling teilt diese Ansicht und verwies darauf, dass Minister Peter Hauk bereits angekündigt hat, die Entscheidung anzufechten. Gerade jetzt sei es aber auch wichtig, die im Koalitionsvertrag zwischen Grünen und CDU vereinbarte Einrichtung einer Anstalt des öffentlichen Rechts anzugehen, um einen ersten Schritt in Richtung Rechts- und Planungssicherheit zu gehen. Jürgen Weis und Fabian Gramling waren sich über die Erhaltung der bestehenden Standards, die Qualität, aber auch die Multifunktionalität der Waldwirtschaft im Land einig.

Abschließend betonte Fabian Gramling nochmals die Bedeutung der Förster in der Waldpflege und unterstrich seine Unterstützung für die Berufsgruppe. „Um das hohe und beispielhafte Niveau bei der Waldbewirtschaftung auch in Zukunft zu halten, braucht es vor allem eines – qualifiziertes Personal!“