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16. März 2018

Zukunft der Pflege ist Thema im Haus an der Metter

CDU-Landtagsabgeordneter Fabian Gramling informiert sich bei der Evangelischen Heimstiftung in Bietigheim-Bissingen über die aktuelle Situation der Pflege und die Herausforderungen der Zukunft.

„Bei meinem heutigen Besuch waren mir zwei Punkte besonders wichtig, welche die zentralen Herausforderungen für die Pflege der Gegenwart und Zukunft darstellen. Die aktuelle Personalsituation und die Auswirkungen der Einzelzimmervorgabe für Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg ab September 2019. Dabei hat sich meine bisherige Einschätzung wieder einmal bestätigt. Die positive Grundstimmung im Sozialministerium hinsichtlich der Zahl der Pflegeplätze im Landkreis Ludwigsburg frustriert mich angesichts der flächendeckenden Engpässe mehr und mehr“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling, nach dem Gespräch mit Michaela Sowoidnich, Regionaldirektorin der Evangelischen Heimstiftung, im Haus an der Metter in Bietigheim-Bissingen.

Das Haus an der Metter wird momentan erweitert und nach Informationen von Frau Sowoidnich nach der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts Platz für 90 Bewohner bieten. Davon seien 75 Plätze für die stationäre Altenpflege vorgesehen. Trotz der Erweiterung könne das Haus an der Metter die große Nachfrage in Zukunft nur schwer decken. Insbesondere wenn im September 2019 die Übergangsfrist für die Einführung der Einbettzimmerquote ende. „Wir werden definitiv Ausnahmeregelungen, beispielsweise für Ehepaare, und weitere Übergangsfristen brauchen“, sagt Sowoidnich. Fabian Gramling teile diese Einschätzung. Aufgrund der bevorstehenden Einzelzimmervorgabe habe er Ende 2017 eine Anfrage an das Sozialministerium gestellt. Die Antwort fiel zuversichtlich aus – die Zahl der Plätze in den stationären Pflegeeinrichtungen könne gehalten oder gar erhöht werden. „Keine einzige Einrichtung, die ich in den vergangenen Jahren besucht habe, hat diese Einschätzung geteilt. Der Kreistag hat bereits 2016 seine Sorge über die Zahl der Pflegeplätze kundgetan. Das Sozialministerium muss jetzt aufwachen und in Zusammenarbeit mit den Landkreisen nach Lösungen suchen. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen“, verspricht der Abgeordnete.

Die Personalsituation sei wie in der gesamten Branche auch bei der Evangelischen Heimstiftung sehr angespannt. „Hier muss entgegengesteuert werden, sonst wird sich das in Zukunft noch verschärfen“, erklärt Michaela Sowoidnich. Im Fall des Fachkräfteengpasses in der Pflege setzt Gramling vor allem auf kurz- und mittelfristige Lösungen. Dazu gehöre die gezielte Rekrutierung ausländischer Fachkräfte. „Ein zukünftiges Einwanderungsgesetz muss dafür Sorge tragen, dass bei auftretenden Engpässen schnell und flexibel reagiert werden kann. Es kann beispielsweise nicht sein, dass ein ausgebildeter Altenpfleger aus Albanien mehrere Monate auf seine Einreise warten muss. Darüber muss diskutiert werden!“ Langfristig sei es besonders wichtig, dass der Beruf an Attraktivität gewinne. Das könne nur gelingen, wenn den Pflegern mehr Wertschätzung entgegengebracht werde. Das fange bereits bei der Ausbildungsvergütung an. „Leistung muss sich einfach lohnen, und die Pfleger leisten einen unschätzbar wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Deshalb ist es umso wichtiger, dass diesen Menschen auch eine ordentliche Perspektive geboten wird“, so der Abgeordnete. Dies sei zwar nicht nur die Aufgabe der Politik, allerdings erhoffe er sich nach der Regierungsbildung in Berlin neue Impulse aus dem Gesundheitsministerium und vom frisch gebackenen Minister Jens Spahn.

Fabian Gramling und Michaela Sowoidnich waren sich mit Blick auf die Zukunft der Pflege und die Neuaufstellung in der Bundesregierung auch darüber einig, dass man offen über die Vollversicherung in der Pflege diskutieren müsse. „Die Pflegeversicherung muss sich noch stärker am Modell der Krankenversicherung orientieren. Der finanzielle monatliche Aufwand für diese Vollversicherung für jeden Einzelnen wäre marginal und würde das Pflegesystem auf langfristig tragfähige Beine stellen“, so Sowoidnich abschließend.