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4. November 2020

Chancen für Bottwartalbahn steigen

Fabian Gramling MdL: „Ich sehe noch viele Fragen ungeklärt“

Bei der Vorstellung einer Studie zur Reaktivierung von Schienenstrecken hat das Landesverkehrsministerium der Bottwartalbahn ein sehr hohes Nachfragepotenzial bescheinigt. Damit steigen die Chancen für die Reaktivierung.

„Das Ergebnis der neuen Potenzialanalyse für die Bottwartalbahn überrascht mich nicht. Mobilitätsangebote sind im Norden der Region Stuttgart und zwischen den wirtschaftsstarken Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn mit ihrer dynamischen Entwicklung sehr wichtig. Mit der Förderung von bis zu 90 Prozent der Baukosten zur Reaktivierung von Bahnstrecken setzt der Bund ein wichtiges Signal zur Aktivierung des Schienenpotenzials“, freut sich der CDU-Landtagsabgeordnete und Bundestagskandidat im Wahlkreis Neckar-Zaber Fabian Gramling. Er sei dankbar, dass das Bundesverkehrsministerium die Mittel massiv erhöht hat und die Karten auch bei der Bottwartalbahn nun neu gemischt würden.

Allerdings wolle er keine falschen Hoffnungen auf eine zügige Reaktivierung der Bahn wecken. Zwar habe das Verkehrsministerium des Landes zugesagt, dass das Land nach der Reaktivierung die Kosten des Betriebs vollständig und dauerhaft übernehmen werde. Man dürfe aber nicht unter den Tisch fallen lassen, dass bei der Vergabe der Mittel für diesen Betrieb auch die zeitliche Reihenfolge der Inbetriebnahme entscheidend sei. Das könne bei der Bottwartal noch einige Zeit dauern. „Wenn man hört, dass bis zu 96 Prozent der Reaktivierungskosten und 100 Prozent der Betriebskosten übernehmen werden sollen, wäre man verrückt, wenn man dagegen ist. Ich möchte deshalb kein Wasser in den Wein gießen. Aber ich sehe noch viele Fragen ungeklärt“, gibt Fabian Gramling zu bedenken. Im Bottwartal würden, im Vergleich zu anderen ehemaligen Strecken, mit Ausnahme von wenigen hundert Metern keine Schienen mehr liegen. Zudem seien Fragen der Neuplanung und Genehmigung, samt Artenschutzgutachten, zu beantworten. Fraglich sei auch, ob bei einer Betriebskostenübernahme durch das Land vor Ort noch darüber entschieden werden darf, mit welchem Fahrsystem die Strecke betrieben wird. Der kritische Blick würde im ersten Augenblick schmerzen, so Gramling. Andere Behauptungen wären jedoch blauäugig und unseriös.

Die Machbarkeitsstudie zur Bottwartalbahn solle unter den neuen Vorzeichen zügig fortgesetzt werden, fordert Gramling. Diese ruht nach der ersten Untersuchungsphase seit Juli 2020. Landrat Dietmar Allgaier hatte damals mitgeteilt, dass die neuen Vorgaben des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) und die zur Anwendung des GVFG erforderliche neue Verwaltungsvorschrift abgewartet werden müssen, um in die nächste Phase der Studie überzugehen.

Dem CDU-Abgeordneten Fabian Gramling sei wichtig, dass die Verbindung von Marbach bis nach Heilbronn priorisiert wird: „Eine Bottwartalbahn ab Marbach mit Endstation in Beilstein, macht für mich keinen Sinn. Wirklichen Mehrwert erzeugen wir durch eine Verbindung bis nach Heilbronn.“