Aktuelles

Nachrichten | Informationen | Termine

Zurück

10. Dezember 2020

Fahrplanwechsel auf der Frankenbahn: Öffentlicher Druck zeigt erste Wirkung, der Unmut bleibt

Fabian Gramling MdL: „Die Zeitersparnis steht in keinem Verhältnis zur Gesundheitsgefährdung“

Der öffentliche Druck durch die Petition und die betroffenen Kommunen zeigt erste Wirkung. Nachdem zum Fahrplanwechsel ab dem 13. Dezember geplant war, drei von sechs Zughaltepunkte an den Bahnhöfen zwischen Heilbronn und Bietigheim-Bissingen zu streichen, hat das baden-württembergische Verkehrsministerium mitgeteilt, dass der RE 8 mit Start um 6:40 Uhr in Heilbronn zeitnah weiter in Nordheim, Lauffen a.N., Kirchheim a.N., Walheim und Besigheim halten soll.

„Es freut mich, dass das Verkehrsministerium ein wenig Einsicht zeigt. Ich finde es aber nach wie vor nicht richtig, dass mitten in der Corona-Pandemie zwei Züge am Morgen an den Pendlerinnen und Pendlern zwischen Heilbronn und Bietigheim-Bissingen vorbeifahren werden“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling. Die geringe Zeitersparnis für Pendlerinnen und Pendler aus Heilbronn stehe in keinem Verhältnis zur Gesundheitsgefährdung der vielen Bürgerinnen und Bürger, die jeden Morgen an den Bahnhöfen zwischen Heilbronn und Bietigheim-Bissingen zusteigen würden.

Das Verkehrsministerium hat auf eine aktuelle Anfrage von Fabian Gramling mitgeteilt, dass die größte Herausforderung zum Fahrplanwechsel die Erhöhung der Betriebsqualität sei. Der Fokus solle auf eine schnelle Verbindung zwischen Heilbronn und Stuttgart, sowie auf die Robustheit des Fahrplans gelegt werden. Auf Nachfrage zur Kapazität und Auslastung der Züge wird mitgeteilt, dass die maximale Auslastungsquote bei Go-Ahead in den Stoßzeiten im Oktober unter 80 Prozent gelegen habe. Vereinzelt sei es vorgekommen, dass morgendliche Frühzüge knapp darüber lagen, aber häufig nur für ein sehr kurzes Zeitfenster von unter 10 Minuten. Für Züge von Abellio würden noch keine Zahlen vorliegen.

Diese Aussage zur Auslastung würde sich nicht mit den täglichen Erfahrungen der Pendlerinnen und Pendler decken, entgegnet Fabian Gramling: „Das alles mag vielleicht auf dem Papier wunderbar aussehen, doch Betroffene zeichnen seit Monaten ein anderes Bild: Verspätungen und Zugausfälle – und damit auch fehlende Kapazitäten in den Zügen, die überhaupt verkehren. Manchmal reicht es eben nicht aus, sich nur auf blanke Zahlen zu verlassen, sondern die tatsächliche Situation hautnah mitzuerleben.“ Das hat Fabian Gramling Verkehrsminister Hermann in einem Schreiben nochmals mitgeteilt.

Im Fall von Zugausfällen bestehe die Möglichkeit, so das Verkehrsministerium, dass der RE 8 die Bahnhöfe in Nordheim, Lauffen a.N., Kirchheim a.N., Walheim und Besigheim in Zukunft außerplanmäßig bedient. Allerdings komme es auf eine gute Kommunikation zwischen DB Netz und den Leitstellen der Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio und Go Ahead an.