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3. März 2021

Blog #31: Wir müssen weiter gestalten – reFuels bieten große Chancen für das Land

Die Corona-Pandemie bleibt eine große Herausforderung für unsere Betriebe. Sie hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und regionale Arbeitsplätze, weil sie die Auswirkungen des Transformationsprozesses – insbesondere im Automobilsektor sowie im Maschinen- und Anlagenbau –verstärkt. Es ist unstrittig, dass die Politik den Betrieben weiterhin unter die Arme greifen muss. Die Herausforderungen, die unser Land auch nach der Pandemie beschäftigen werden, dürfen wir deshalb aber nicht aus den Augen verlieren. Wir dürfen die Zukunftsfragen nicht aussitzen, wir müssen weiter gestalten.  

Neben Corona spricht derzeit alle Welt über das Elektroauto. Das finde ich zu einseitig. Genau hier ist die Politik in der Pflicht, sind wir in der Pflicht. Wir werden die E-Mobilität in Zukunft brauchen, aber es ist ein Irrweg, allein auf sie zu setzen. Besonders in Baden-Württemberg würde das auch zu irreparablen wirtschaftlichen Schäden führen.

Zentral ist doch, dass wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen. Hier spielt der Verkehrssektor eine wichtige Rolle. Während in der Energiewirtschaft und im Gebäudesektor ein sichtbarer Rückgang der CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 1990 erreicht wurde, stagnieren sie im Verkehrssektor. Manche sind überzeugt, dass das den Feldzug gegen den Verbrennungsmotor rechtfertigt. Es ist gar ein Wettlauf um das frühestmögliche Verbot dieser Technik entstanden. In Wahlkampfzeiten entziehen sich die Grünen – vor allem bei uns in Baden-Württemberg – dieser Debatte und nennen einfach kein Zieldatum für das Verbot. Uns allen muss jedoch klar sein, dass es ihnen früher lieber ist als später – Symbolpolitik in Reinform!

Letztlich muss es doch darum gehen, wie wir am wenigsten CO2 verbrauchen. Und das im gesamtem Prozess von der Produktion bis zur Entsorgung. Wir müssen uns davor hüten, eine Technik vorzuschreiben. Die Zukunft der Mobilität muss und wird aus verschiedenen Antriebstechniken bestehen. Dazu gehören Elektroautos, aber auch Plug-In-Hybride und Verbrennungsmotoren. Ja, wir müssen auch über den Verbrennungsmotor sprechen, weil er eine Zukunft hat – ob die Grünen es wollen oder nicht. Sogar sehr ambitionierte Szenarien zur Umsetzung des Pariser Abkommens gehen davon aus, dass in Deutschland bis 2050 noch mindestens 60 Prozent des Transportwesens auf den Verbrennungsmotor angewiesen sein werden. Und das ist auch kein Problem, denn nicht der Verbrenner ist das Problem, sondern die Tankfüllung!

Aus diesem Grund gilt es einen Fokus auf synthetische Kraftstoffe zu setzen, die bereits kurzfristige Beiträge zur CO2-Reduktion der Bestandsflotte leisten können. Im Januar 2019 haben die Landesregierung, das KIT und Partner aus der Automobil-, Automobilzulieferer- und Mineralölindustrie mit dem Projekt „reFuels – Kraftstoffe neu denken“ begonnen. Untersucht werden Herstellungs- und Anwendungsmöglichkeiten synthetischer Kraftstoffe, die mit Hilfe erneuerbaren Stroms erzeugt werden. Ziel ist, sie als Alternative zu fossilen Treibstoffen zu etablieren. Die Chancen stehen gut. Diese Kraftstoffe können nicht nur in die bestehende Flotte eingeführt werden, sondern auch in die bestehende Infrastruktur. Zudem sind flüssige Energieträger bei Mobilitätsanwendungen über lange Strecken und bei denen hohe Lasten gefordert sind, klar im Vorteil. Außerdem lassen sie sich über lange Strecken transportieren, ohne auf Fernleitungen angewiesen zu sein. Aus diesem Grund haben sie das Potenzial, auch den weltweiten Handel mit klimafreundlichen Energieträgern auszuweiten.

Mit der Roadmap für reFuels wurde auf Druck der CDU in Baden-Württemberg inzwischen ein konkreter Fahrplan entwickelt, um die klimaneutralen Kraftstoffe in naher Zukunft weltweit in großer Menge zu produzieren. Wichtig ist nun, dass wir zeitnah eine gesetzlich verankerte Planungssicherheit und Anerkennung von reFuels schaffen. Die SPD-Umweltministerin in Berlin muss hierzu endlich ihren Widerstand gegen die reFuels-Technologie aufgeben.

Für den Aufbau einer globalen Versorgung mit synthetischen Kraftstoffen bedarf es vieler Anlagen wie Elektrolyseure und Chemiewerke. Die synthetischen Kraftstoffe würden also nicht nur bestehende Arbeitsplätze im Bereich des Verbrennungsmotors sichern, sondern auch neue schaffen. Das ist eine große Chance für Baden-Württemberg. Diese Chance gilt es zu ergreifen!